Unsichtbares sichtbar machen

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Bildschirmfoto 2015-10-09 um 18.04.20

Animating the World’s Cars

Komplexität und Abstraktheit sind die größten Hinderungsgründe für das Verständnis weitgehend unsichtbarer Prozesse wie etwa der Anreicherung der Atmosphäre mit CO2.

„Gemäß der konkurrenzlos umfassenden Studien des Intergovernmental Panel on Climatic Change (IPCC) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der derzeitig Klimawandel durch den Menschen hervorgerufen wird bei 95%-100%. Bisher beträgt die Erwärmung 0,9°C und kann in den nächsten 50-70 Jahren nochmals um 1-5°C steigen. Der Meeresspiegel steigt bis 2100 um 30-80cm. Die weitere Klimaerwärmung sollte möglichst unter 2°C liegen. Dazu muss bis 2050 der CO2 Ausstoß gegenüber 1990 um 50% reduziert werden, was derzeit als schwierig bis unwahrscheinlich durchzuführen erscheint.“ sagt Prof. Dr. Volker Moosbrugger, ein Mann, der es als Generaldirektor des Forschungsinstituts und des Naturmuseums Senckenberg wissen sollte.

Das Alles ist uns bekannt – aber es geht dennoch nicht richtig an uns ran. Katastrophische Filme und apokalyptische Reden werden häufig von solchen Akteuren vorgetragen, die andere politische Zwecke im Hintergrund vertreten. Diesen glaubt man nicht oder hält sie zurecht für Scharlatane.

Für viele Disziplinen stellt sich also die Frage, wie kann ich diese brisanten Themen darstellen, verständlich machen. Wie kann ich Andere davon überzeugen, umweltbewusster zu handeln? Viele Disziplinen mögen sich diese Frage abstrakt stellen. Für das Design ist sie eine konkrete Herausforderung.

Eine herausragende Arbeit macht dabei das UK-Unternehmen Carbon Visuals, welches sich als „einzigartiger Akteur im Kommunikationsgeschäft“ versteht, da Carbon Visuals sich ausschließlich der Visualisierung des Unsichtbaren widmen. Der Film „Animating the World’s Cars“, der im Auftrag der Fachbereichs „Sustainable Leadership“ der University of Cambridge entstand,  ist eine der beeindruckenden Arbeiten von CarbonVisuals.

Die Gestalter gehen in diesem Animationsfim zurecht davon aus, dass das was man sehen kann auch verstehen kann. Und dass dies Handlung auslösen kann.

Unter der Führung von Anthony Turner und der wirklich beeindruckenden Creative Direction von Adam Nieman ist seit 2009 ein Werkkomplex entstanden, der gar nicht hoch genug geschätzt und kaum umfassend genug gewürdigt werden kann. Carbon Visuals entstand aus dem Zusammenschluss der Beratungsfirm CarbonSense und der Wissenschaftskommunikations-Firma GovEd Communications.

Die britische Wissenschaftsillustration war bereits im Zeitalter der Printmedien beeindruckend; u.A. Verlage wie Dorling Kindersley haben hier Maßstäbe gesetzt. Aber auch der Blick auf den UK-Animationsfilm ist spannend. Diese Form von graphischer Darstellung kann politisches Bewusstsein schaffen. Wir müssen uns mehr damit beschäftigen, das Unsichtbare sichtbar zu machen. CarbonVisuals setzt Maßstäbe und macht Mut, in diese Richtung weiter zu denken und zu gestalten.

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