Schwebend durch die Stadt

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Mobilität
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Bereits im Rahmen des mehrsemestrigen Projektes an der HfG von 2008-2010 haben wir uns mit alternativen, ökologisch herausragenden Gruppentransportsystemen beschäftigt, zu denen auch die innerstädtische Seilbahn gehört. Die FAZ greift das Thema nun prominent auf »Wer wird denn gleich in die Luft gehen«, 14.12.2014. Was für Koblenz (wo 2010 zur Bundesgartenschau eine heute unverzichtbare Linie entstand) geht, könnte auch an anderen Orten an Flüssen oder mit steilen Hanglagen funktionieren: „Ein Kilometer U-Bahn kostet rund 500 Millionen, dafür kann 156 km Seilbahnen bauen“. Die sind noch dazu das sicherste Verkehrsmittel, „Unfälle mit Gondelbahnen lassen sich in den letzten 100 Jahren an einer Hand abzählen.“ Schaut man auf die Website von Doppelmayr, ( http://www.doppelmayr.com ) dem Weltmarktführer, der gerade in Bolivien das weltgrößte Seilbahnnetz eröffnet haben, dann erfährt man, dass in zahlreichen Ländern der Welt Seilbahnen als sichere, ökologische, höchst ökonomische Alternative gesehen werden, insbesondere im Vergleich zu teils absurd teuren und landschaftlich katastrophalen Brückenbauten, die man hierzulande vorzieht. Wäre Doppelmayr ein deutsches Unternehmen, würden wir evtl. auch hier mehr Seilbahn sehen. Aber es ist leider ein österreichisches.

Ungeachtet dieser teils in Vorurteilen, teils in Industriepolitik begründeten Präferenzen, täte es gut, die Dinger auch unter Industriedesign-Aspekten zu beleuchten. Was kann man besser machen, im Innenraum, im Zugang, in der Kommunikation? Die Bahnen, welche ich bisher benutzt habe, außer Touristengondeln in Köln etc. sind das v.a. die Bahn am Maçka-Park in Istanbul, die Linie in Rio sowie die Télépherique in Grenoble, hatten auf jeden Fall alle ziemliche Macken – z.B. das zerkratzte Plexiglas als Scheiben einige vermeidbare aber unangenehme Geräusche, die Nutzerfreundlichkeit der Stationen. Also: Schauen wir uns Gondeln sowie Tal und Bergstationen, bzw. bei innerstädtischen Bahnen auch die Ticketing-Systeme, genauer an. Zum ÖPNV scheinen die Seilbahnen meist nicht zu gehören, Zahnradbahnen hingegen schon. Oder ist das anders?

[Bild: © Dopplemayr, Seilbahn in La Paz]

 

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