Gefahrenpotentiale automatisierter und internetbasierten Systeme!

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Logistik / Mobilität
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»Je mehr wir der informationstechnologischen Unterstützung unserer digitalen Navigatoren vertrauen, desto mehr ähneln wir tumben Päckchen, die verlorengehen, wenn diese Unterstützung plötzlich wegfällt.« (Stephan Rammler, Schubumkehr, 2014)

Rammler bezieht sich hier auf ein Desaster-Szenario – in seinem Buch Schubumkehr taucht es nochmals als Science Fiction unter dem Namen Mobilitätsfukushima auf. Dieses Szenario entspricht ungefähr dem Plot von Marc Elsbergs Thriller Black out – morgen ist es zu spät. Bei Elsbergs brechen an einem kalten Februartage alle europäischen Stromnetze nach einem Hackerangriff zusammen. Die Folgen sind desaströs. Nichts funktioniert mehr. Millionen stehen vor dem unmittelbaren Hunger- bzw. Kälte-Tod. Ohne Strom geht bei uns gar nichts mehr. Die vermeintlich segensreiche Kombination von Internet und Stromversorgung entpuppt sich als blanker Horror.

In Rammlers Denken geht es perspektivisch um die Dezentralisierung von Netzen. Sowohl hinsichtlich der Aufgabe aller Selbstkontrolle durch die totale Übertragung unserer Mobilitäts-Orientierung auf zentral versorgte Navigatoren als auch beim Mobilitäts-Fukushima, welches einen hypothetischen konzertierten Hackerangriff auf alle PKW-Computer zugleich meint, sieht er in der zentralen Steuerung den wunden Punkt. Zurecht.

Eine Diskussion, die im Bereich Energie bereits heute geführt wird – Schaffung lokaler Energiegenossenschaften statt internationaler, konzerngesteuerter Meganetze, wird hier auch für die Mobilität (und Logistik) ausgelotet.

Diese Diskussion hat eine relevante Dimension für Produktgestaltung und visuelle Kommunikation, insofern es darum geht, Produkt- und Kommunikatiosn-Lösungen für die Orientierung in regionalisierten und lokalen Netzen zu entwickeln. Wenn wir darauf keine Antwort haben, könnte die segensreiche Entwicklung netzbasierter Strukturen in einem einzigen Blackout-Fall – ob durch Hacker oder Naturkatastrophen (man erinnere sich: US-Stromnetze im Nordosten der USA, Fukushima) apokalyptische Folgen haben. Und das ist keine Paranoia, sondern eine sehr pragmatische Ableitung.

Wie ließen sich lokalen, regionale Netze darstellen? Wie könnten Übergange sichtbar gemacht werden – ganz bewusst in Szenarien ohne Stromversorgung und Internet gedacht. Wie kann Austausch, Wissen, Mobilität in dieser Hinsicht katastrophensicherer, hackersicherer,  gemacht werden? Eine Antwort kann man sicher bereits jetzt geben: Nicht durch noch mehr Zentralisierung!

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  1. Pingback: Gegen die Automatisierung | dml - Designinstitut für Mobilität und Logistik

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