Achtung: Frauen auf Fahrrädern!

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Mobilität
Au_Bois_De_Boulogne_Vanity_Fair_1897-06-03

Das Fahrrad hat mehr als alles andere zur Emanzipation der Frauen beigetragen, sagte die amerikanische Frauenrechtlerin Susan B. Anthony (1820-1906). Und ihre Weggefährtin Elisabeth Stanton fügte hinzu: „Wir Frauen reisen auf dem Fahrrad in Richtung Wahlrecht. Manche Ärzte, wie etwa Philippe Tissié, wandten dagegen ein, dass das Fahrrad zu Schwangerschaftsabbrüchen oder gar Sterilität führen könnte. Andere Kollegen fürchteten, dass dieses schamlose Gefährt die Lasterhaftigkeit befördere, da es den Frauen Lust verschaffe, indem sie ihre intimsten Körperteile am Sattel rieben.

Tatsache ist, dass sich Frauen dank des Fahrrades erstmals so bewegen konnten wie sie wollten. Sie konnten Haus und Herd verlassen und ein wenig Freiheit genießen, sie waren mobil. Und dank des Fahrrades verschwand auch das unselige und unterdrückerische Korsett, welches das Radeln behinderte, im Museum.

aus: Eduardo Galeardo, Los hijos de los días, Siglo XXI de España, 2012, Übersetzung aus dem Spanischen: Georg-Christof Bertsch

Das waren die USA und Europa im 19. Jh. Leider gilt die selbe Not und Immobilität noch – und ebenso wie im 19. Jh. vielerorts religiös verbrämt – in vielen armen Ländern. Das Fahrrad ist also weit mehr als ein Freizeit- und Sportgerät. Es bleibt auch im 21. Jh ein Vehikel auf dem Weg zur Freiheit der Frauen.

[Bild: http://www.worthpoint.com/worthopedia/1897-vanity-fair-original-litho-au-100467335]

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