Ab ins Volkswagen-Lager!

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Logistik / Mobilität
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Anti-Google-Glass-Plakat aus den USA

Google Glass floppt, was nun?

„Neue Chance für Google Glass – in den Lagerhallen von VW“ titelt das manager magazin am 9.3.2015. Wird Publikumsflop nun also zum Tool für die Cyborgisiering von Lageristen? Mitte Januar 2015 wurde der Verkauf an Privatleute bekanntlich eingestellt. Ein trauriges Schicksal für das 2012 zum Gral unserer künftigen augmented reality gesalbten Gadgets. An Designhochschulen war das Glass-Thema in den letzten zwei Jahren extrem hot. Die Datendebatte hat man gerne ausgeblendet. Nun ist die Brille für den Privatkundenmarkt vorerst Geschichte.

Mitte März steigt VW ein.

Ende Januar 2015 bezeichnete Google-Finanzvorstand Patrick Pichette Google Glass als einen Flop, der die Erwartungen nicht erfüllt habe. Jetzt gibt es eine neue Chance – in den Lagerhallen von VW. Deren Logistiker testen den Einsatz der Brillen in den Hallen – noch in diesem Frühjahr fällt eine Entscheidung über einen Einsatz der Brillen im größeren Maßstab. Die Datenbrille Google Glass und das Modell M100 des US-Konkurrenten Vuzix sind im Test. Google kann also auch hier noch rausfliegen. Beide Brillen seien von der Nutzerführung her ähnlich und werden im Feldversuch gegeneinander getestet. Bis zum Sommer soll im positiven Falle  über den regulären Einsatz der Brillen im VW-Werk entschieden werden.

Was ist eigentlich das Problem von Google Glass?

Der am Kopf getragene Minicomputer ist auf einem Brillenrahmen montiert und blendet Informationen in das Sichtfeld ein. In neun Bundesstaaten der USA sind sie vor allem aus Sicherheitsgründen verboten. In Europa haben die 1.500 € teuren Rechner aus legalen Gründen und aufgrund massiver Ablehnung von Datenschützern nie Fuss fassen können. Im Straßenbild Kaliforniens hatte Google Glass zumindest ein Randdasein geführt, die Träger wurden aber auch dort als „Glassholes“ beschimpft. Der Todesstoß waren sicherlich die ein Jahr nach der Präsentation in The Guardian erfolgten Enthüllungen Edward Snowdons über das Prism-Programm der NSA.

Sicherheit und Produktivität erhöhen? Mal sehen.

Google Glass soll nun laut VW die Sicherheit erhöhen und zu gesunderen Bewegungen führen, da die Lageristen ihr Lesegerät nicht mehr in der Hand halten und zugleich zupacken müssen. Nun haben sie ihr Lesegerät am Kopf. VW gibt auch an, die Produktivität erhöhen zu wollen. „Wir haben die Technik eingeführt, sie funktioniert. Doch jetzt müssen wir die Praktikabilität und Alltagstauglichkeit erproben“, sagte Claus-Peter Tiemann, Sprecher des Werks Wolfsburg.

Restposten- und Schnäppchenjagd!

Warum macht VW das eigentlich: Na ja, es liegt möglicherweise  ganz schnöde am Preis. Für den Privatkunden sind die Dinger viel zu teuer. Im Vergleich zu einem ordentliche Profi-Lesegerät für’s Lager sind sie günstig. Denn der kostet allemal einen vierstelligen Betrag. Die  Restposten von Google dürfte der knallharte VW-Einkauf hingegen weit unter Großhandelspreis erfeilschen.

Bei einem derartigen Schnäppchen wird gerne mal was von Erleichterung der Arbeit und Zukunft gefaselt ….

Manager Magazin

Tony Fadell über Google Glass

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